Im Jahre 1982 gewann Tom Watson die U.S.
Open in Pebble Beach durch einen dramatischen Chip-In am 71sten Loch; er
besiegte damit Jack Nicklaus. In der Woche schlug Watson durchschnittlich
270 m vom Tee; das war sicherlich ein Faktor, der zu seinem Sieg beitrug.
Eine Woche später nahm Watson an einem Test teil, der speziell hergestellte
Golfbälle ohne Dimples betraf. Sie waren glatt wie Tischtennisbälle.
Der weiteste Drive, den Watson schlug, endete bei nur 90 Metern! Was dieses
demonstrierte war, daß zwei Drittel der Distanz, die ein Ball fliegt,
durch den Backspin (Rückwärtsdrall) verursacht wird. Je mehr
Spin ein Ball hat, je größer wird der Auftrieb und die Distanz
sein.
Watson’s Schlägerkopfgeschwindigkeit
war 192 km/h, also ein Drittel schneller als die eines Wochenendgolfers.
Er schlägt den Ball hart genug, um dem Ball ausreichend Backspin zu
geben und damit diese gewaltige Distanz zu erlangen. Der Wochenendgolfer
kann nicht mit einer Geschwindigkeit von 128 km/h diese Länge erreichen,
zum Teil wegen der niedrigeren Kopfgeschwindigkeit, aber auch wegen des
geringeren Backspins. Der Durchschnittsgolfer erhält mehr Flugbahn,
mehr Distanz mit dem erhöhtem Backspin des 3-er Holzes.
Ein Driver (Holz 1) mit nur 9 oder 10 Grad
Loft wird dem Ball nicht viel Backspin verleihen. Um messbaren Spin zu
erhalten, benötigt der Schlägerkopf eine sehr schnelle Vorwärtsbewegung.
Ein Driver muß eine enorm hohe Geschwindigkeit generieren, um genug
Backspin und damit irgendeine Distanz zustande zu bringen. Mit anderen
Worten: Falls die Geschwindigkeit Ihres Schlägerkopfes die Hälfte
die eines Professionals hat, dann benötigen Sie doppelt so viel Loft,
um die gleiche Spin-Rate zu erreichen. Macht das Sinn? Falls Sie nicht
so schnell schwingen wie ein Tour-Professional, sollten Sie nicht einen
Driver benutzen, wie diese es tun. In dem Buch "Die Suche nach dem perfekten
Schwung" wurden Tests beschrieben, die zu folgendem Schluß kommen:
“Schläger, die mehr Backspin produzieren, halten den Ball 2 bis 6
mal länger in der Luft als Schläger mit geringem Loft."
Titleist hat ein Schaubild, welches zeigt,
welcher Loft zu welcher Kopfgeschwindigkeit paßt.
Eine langsamere Geschwindigkeit des Schwunges
benötigt einen höheren Loft, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Nun, das soll natürlich nicht besagen, daß Sie mit Ihrer Pitching
Wedge weiter schlagen als mit dem 3er Holz. Die Länge des Schaftes
ist ein riesiger Faktor bezüglich der Distanz des Balles und die längeren
Schäfte Ihrer Hölzer tragen sehr dazu bei, Länge zu erreichen.
Der Schaft Ihrer Pitching Wedge ist viel zu kurz, um den Ball über
große Längen zu schlagen. Die Länge des Schaftes beeinflußt
auch Ihrer Möglichkeit, die Schlagfläche rechtwinklig zu halten
und den Ball gerade zu schlagen. Der Driver (Holz 1) hat den längsten
Schaft in Ihrem Set. Wegen seiner Länge stehen Sie weiter weg vom
Ball als bei jedem anderen Schläger. Das verursacht, daß der
Schläger beim Rückschwung zu weit von Ihnen entfernt ist und
daß es dann schwierig ist, den Ball nicht von innen, sondern rechtwinklig
zu treffen. Das 3er Holz mit seinem kürzeren Schaft tendiert dazu,
beim Auf- und Abschwung gerader auf der Ziellinie zu bleiben, welches Ihnen
hilft, den Ball bei gerader Schlagfläche mit größerer Konstanz
zu schlagen.
Der größere Loft Ihres 3er Holzes
unterstützt auch die Genauigkeit, verglichen mit dem Driver und das
sich zu vergegenwärtigen ist nützlich. Ich sage mal, daß
unser 3er Holz den doppelten Loft unseres Drivers hat. Wenn gerade getroffen,
wird das 3er Holz den doppelten Backspin haben. Das ist der vorherrschende
Spin. Nun schätze ich mal, daß Ihr Slice beim 3er Holz ca. 10%
beträgt. Der Ball wird etwas Seitenspin, aber eine Menge Backspin
haben, so daß er ziemlich gerade sein wird. Falls Sie den Ball mit
Ihrem Driver ebenfalls zu 10% slicen, so wird sich der Slice vergrößern,
weil der geringere Backspin ihn nicht gerade halten kann.
Alles in allem: Ihr 3er und sogar Ihr 5er
Holz kann auf mehr beständiger Basis längere, geradere Bälle
produzieren. Das soll nicht heißen, daß Sie niemals einen Driver
schlagen sollen. Gesunder Menschenverstand sagt uns jedoch, daß ein
langer, mit wenig Loft ausgestatteter Driver schwerer zu schlagen ist als
jeder andere Schläger; darum beherrschen Sie erst die anderen Hölzer,
bevor Sie den Driver anpacken. Es mag sogar eines Tages Ihr Lieblingsschläger
werden.
Steve Anderson ist der Head Teaching Professional
auf dem Eastwood Golf Course (USA) und ist ein zertifizierter Golflehrer
(PGA).
|